Am 25. und 26. November 2025 haben 20 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe EF an einem Workshop zum Thema „Schule als Lernort gegen Hass: Antisemitismus erkennen und entgegentreten“, angeboten und organisiert von der Konrad-Adenauer-Stiftung, teilgenommen.
Antisemitismus ist auch heute noch ein zentrales, gesellschaftliches Thema – von subtilen Vorurteilen bis hin zu offenen Hassverbrechen und Angriffen gegenüber jüdischen Menschen. Trotz Erinnerungen an den Holocaust und seiner vielen Opfern bestehen viele dieser Stereotype fort. Oft werden solche antisemitischen Ideologien über das Internet oder sogar im Alltag – etwa durch Vandalismus an Synagogen, Beleidigungen sowie körperlichen Angriffen ausgelebt. Doch diese Ideologien sind nicht nur ein Angriff auf Juden, sondern auf die ganze demokratische Gesellschaft, denn wo Hass und Vorurteile gegenüber Minderheiten toleriert werden, entstehen Gefühle der Unsicherheit und gesellschaftliche Ausgrenzung. Wie also können wir Alltagsantisemitismus erkennen und entgegenwirken?
Am ersten Tag hörten wir eine Präsentation des jüdischen (Ex-)Rappers und Songwriters Ben Salomo, der den erfolgreichen YouTube-Kanal RapAmMittwochTV in den 2000er Jahren ins Leben rief. Leidenschaftlich erzählte er uns von seinem „Baby“. Doch schon immer habe er mit dem Antisemitismus im Alltag zu kämpfen gehabt – schon als Jugendlicher wurde er von seinen Freunden ausgeschlossen und diskriminiert, als sie von seiner Religion erfuhren. Auch in der Rap-Szene waren sowohl antisemitische Äußerungen als auch Rassismus, Homophobie und Frauenverachtung keine Seltenheit, sodass er nach massiven Bedrohungen im April 2018 seinen Rückzug aus dieser Szene ankündigte. Auch wenn ihm der Ausstieg nicht leichtfiel, war es ihm wichtig, damit ein Statement zu setzen. Seitdem konzentriert er sich auf das aktive Entgegenwirken von Antisemitismus, indem er Vorträge und Workshops an Schulen hält. Obwohl uns einige seiner Darstellungen der aktuellen Lage im Nahostkonflikt etwas einseitig vorkamen, konnten wir durch seine leidenschaftliche und mitreißende Vortragsweise sowie seinem Enthusiasmus viel über den Antisemitismus in der Rap-Szene und im Alltag lernen.
Am zweiten Tag haben wir zuerst das Planspiel „Mutig handeln!“, angeleitet von Mitarbeitenden des CIVIC-Instituts, zum Thema „Umgang mit Antisemitismus“ durchgeführt. Durch das Planspiel haben wir die Ausgangssituation, in der antisemitische Anschläge auf eine Geschichtswerkstatt verübt wurden, realitätsnah simuliert. So haben wir die Inhalte in den uns zugeteilten Rollen aktiv erleben können.
Dann fuhren wir zu der jüdischen Gemeinde Düsseldorf, wo wir von dem freundlichen Jugendrabbiner Sam Kantorovych empfangen wurden. Er erzählte uns vom jüdischen Glauben, den Traditionen und dem alltäglichen Leben eines orthodoxen Juden. Auf unsere Fragen antwortete er offen und mit viel Engagement.
Aus der Geschichte, insbesondere aus der Zeit des Nationalsozialismus, wissen wir, wozu ungebremster Hass führt: Zu Verfolgung und Ermordung von Millionen unschuldiger Menschen. Diese Vergangenheit verpflichtet uns dazu, wachsam und aufmerksam zu bleiben und keine Art von Antisemitismus zu tolerieren. Ich finde es daher wichtig, solche Workshops an Schulen anzubieten, um für eine Gesellschaft einzutreten, in der niemand für seine Religion oder Identität ausgegrenzt wird.
Emely Heyneck (EF)





